Presse Stimmen Der Entropist

KRONE   Sonntag, 7.Mai 2017   

"Der Entropist" im werkraumtheater

Eine Formel fürs Glück

Seit geraumer Zeit stehen die Übüs im Zentrum der Arbeiten des Werkraumtheater Graz. Dieses Mal ge­ben die von Pataphysiker Alfred Jarry ersonnenen Fi­guren das Stück "Der Entropist" von Robert Wolf ..

In einer Zeit omnipräsenter Glücksversprechungen, kann man auf der Suche nach der ganz persönlichen Erfüllung schon mal den Kopf verlieren. Und so ist es wenig überraschend, dass die Übüs in der „Entropist“ im Irrenhaus landen und sich ihrer Dauertherapie mit einem Mix aus philosophischer Hochstapelei und Nonsens stellen.

Robert Wolf hat dafür den perfekten Text geliefert, der die skurrilen Machen­schaften der Glücksrittermit gewitzter Fabulierlust bloßstellt.

Schlicht und auf den Punkt inszeniert, ist dieser herrlich ernüchtern­de Abend (bis 16. Juni) eintoller Startpunkt für eigene Gedankenexperimente.  

Christian Hartner   

KLEINE   Mittwoch, 10.Mai 2017

 werkraumtheater

Suche nach dem Sinn

Verwirrendes Finale einer absurden Theatertrilogie.

Ein Entropist will das Glück in Formeln zwängen, geht daran jedoch zugrunde. Im gleichnamigen Theaterstück des Grazers Robert Wolf (52) ist dies der Wiener Wissenschaftler Ludwig Boltzmann, der sich 1906 mit 62 Jahren das Leben nahm. Vater, Mutter und Sohn Übü sind die Pro­tagonisten einer Trilogie.

Sie sind nach zwei Episoden Schreckensherrschaft im Irrenhaus gelandet. Nach "Die Übüs in Ketten" verpflanzt das Werkraumtheater Teil3 seines Königsdramas in die gescheiterte Existenz eines genialen, aber vereinsamten Denkers.

Unter der Regie von Franz Blauensteiner und Rezka Kanzian trifft absurdes Thea­ter auf eine Abhandlung über den Sinn des Lebens. Groteske Spielelemente ver­mischen sich mit algebraischen Erklärungsversuchen. Grell geschminkte Clowns experimentieren mit der Wahr­scheinlichkeitsrechnung.

Auf den Kopf gestellte Sessel funktionieren als reduzierte Kulisse. Interpretationshilfen gibt es keine, die den Handlungen zugrunde liegende Botschaft muss vom Publikum selbst entziffert werden. Auf eine schlüssige Erklärung wird es dabei aber nicht stoßen. Das entspricht dem absurden Theatergenre und dem physikalischen Modell der Entro­pie.

Ein Experiment, das einen in Verwirrung hinterlässt.

Julia Braunecker     

Publikum

Drei Stühle und eine paar Holzwürfel, sowie drei Darsteller, die in ihrer Schauspielkunst glänzen, mehr hat es nicht gebraucht, um mir einen äußerst kurzweiligen Theaterabend zu bescheren. Letzten Freitag, den 26.05., hatte ich das Vergnügen der Aufführung „Der Entropist, oder die Suche nach dem Glück“ beizuwohnen und ich darf behaupten, dass dieses Stück mich überrascht hat, ob der Vielseitigkeit seiner Darstellung. Es regte mich zum Schmunzeln an, strengte meine Gehirnwindungen an und amüsierte mich dermaßen, sodass mehrmaliges, lautes Auflachen nicht zu unterdrücken war. Der Autor Robert Wolf hat es verstanden, Komplexität gepaart mit absurdem Theater und der Geschichte der Übüs, so zu vermischen, dass ein grenzgeniales Werk entstanden ist. Die zudem schaupielerische Höchstleistung von Rezka Kanzian, Philipp Lernbaß und Franz Blauensteiner lässt so manch´ Profi erblassen.

Ich darf dazu aufrufen, dieses geniale Stück unbedingt zu besuchen! Am Freitag, den 9. Juni um 19:00 Uhr führt das Ensemble des Werkraumtheaters dieses Werk noch einmal auf. Auf-Auf und hin mit euch, aber unbedingt vorher Karten reservieren! (28.05.2017)

Dr. Gerald Jaritz, Physiker. Autor des Buches Professor Ubu [professor übü:] Absurde Wahrheiten über die Pataphysik. Ein Surrealer KurzKrimi

Publikum

Bei dem Stück ist Mitdenken angesagt: Freies Theater vom Feinsten. Klare Sprache, sehr komplexe Mono- und Dialoge, wie immer im Stil des Werkraumtheaters inszeniert. Einfach brilliant. (27.05.2017)

Dr. Dietmar Bayer, Vizepräsident der Ärztekammer, Arzt f. Allgemeinmedizin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, www.burnout-zentrum.at