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frei nach Motiven der Legende vom Affenkönig Nachtasyl. Drei schemenhafte Gestalten. Ludwig Krasser, Mitte dreißig, am Boden liegend. Johann Willgrübler, älteres Semester, regungslos, mehr liegend als sitzend, auf einem Stuhl. Eine Frau, Silvia Esslin, Mitte Vierzig, Rufname Lady Monkey, wie paralysiert auf einer Kiste kauernd. Der Endpunkt als Ausgangspunkt. Es gibt nichts als das undefinierbare, ewige Brummen eines Strommastens. Drei Außenseiter in der Verortung ihres sozialen Nichts. Menschen denen nichts geblieben ist, bis auf ihren Schmerz. Hard facts: Exposition im Hier und Jetzt. Bruchstücke einer Erzählung, übertragungen eines paralysierten Bewusstseins starten den Motor einer Geschichte. Das Erzählen wechselt die Erzähler, der Erzähler wird zum Erzählten, führt das Erzählte weiter … eine Wanderung durch das Fabulieren, Erzählen, ein überschreiten der eigenen Wirklichkeit, ein pendeln zwischen Realität und Fiktion. |
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Ausgangs- und Endpunkt sind immer gleich, soweit wir uns erinnern können. Irgendetwas taucht auf, z.B. ein Gefühl, eine Information, ein Sachverhalt, eine Evaluierung, ein verlust, eine Krise, etc.: “Man kommt raus, man kommt wieder raus, aber immer an der Grenze der Verrücktheit. Niemals diese Grenze überschreiten, überschreiten wir diesen Grenzbereich sind wir tot” So Ludwigs Rufe aus der Worringer Hölle in Ritter, Dene, Voss von Thomas Bernhard. Oder auch wie Thomas Bernhard über sich selbst gesagt haben soll: “Immer ein Todesvogerl auf der Schulter.” Die Figuren in Lady Monkey … wo liegt die Grenze zwischen Spiel und Realität. Sie stürzen immer wieder in sich hinein und werden durch das Spiel, mit Sprechen und Denken sozusagen, am eigenen Schopf wieder herausgezogen, um aber wieder im Grunde dort zu landen wie es war? Wir haben keine Zukunft, Aber wir geben sie uns! geschichten schichten.
eine geschichte über geschichten |
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| die Legende vom Affenkönig wurde vom chinesischen Autor Wu Ch´êng – ên, der zwischen 1505 und 1580 gelebt hat, seine genauen Daten sind unbekannt, erstmals niedergeschrieben: Die Reise in den Westen oder auch übersetzt als Monkeys Pilgerfahrt. Die phantastische Reise des Affen Monkey – ein Buch aus den Essenzen des Himmels und der Erde. Schon seit dem 13. Jahrhundert wurden verschiedene Episoden der Legende ständig auf den chinesischen Bühnen dargestellt . Das Buch von Wu Ch´êng – ên ist von unendlichem Umfang und umfasst unzählige Episoden. "Monkey ist ein wahrhaft einzigartiges Werk in seiner Verbindung von Schönheit mit Ungereimtheit, von Tiefe mit Unsinn. Folklore, Allegorie, Religion, Geschichte, antibürokratische Satire und reine Poesie […]. Die Bürokraten der Erzählung sind Heilige im Himmel, und man könnte auf die Vermutung kommen, daß die Satire sich noch eher gegen die Religion als gegen die Bürokratie wandte. Dem ist aber nicht so. Es ist nämlich eine in China geläufige Anschauung, daß die Hierarchie im Himmel ein Spiegelbild der Regierungsform auf Erden sei. […] Monkey personifiziert die ewige Unruhe des Genies." Das werkraum theater bearbeitet … frei und ungestüm … einige Episoden aus dem ersten Teil der Erzählung. In Asien gilt der Affe als schlau, klug, liebenswürdig und respektlos. Der Affenkönig aus der Legende, ob unter dem Namen Sun Wukong in China, oder Hanuman in Indien, oder Son Goku in Japan – ist eine der bekanntesten mythischen Kreaturen und eine bis heute sehr populäre Figur. Mit seiner Mischung aus ungestümen Verhalten, großem Mut, merkwürdigem Humor und stellenweise überraschender Weisheit ist er der eigentliche Hauptcharakter der Geschichte, ein heiterer junger Rebell, der die verknöcherte Himmelsherrschaft frech herausfordert. Die klassische chinesische Legende vom Affenkönig, Episoden aus dem 1.Teil, kurz erzählt: Der aus Stein geborene Affe Sun Wukong springt mutig durch einen riesigen Wasserfall und entdeckt auf der anderen Seite Das gesegnete Land des Berges der Blumen und Früchte, namens Ao-lai. Er zieht mit seiner Anhängerschar nach Ao-lai und krönt sich zum König der Affen. In Ao-lai führen die Affen ein angenehmes, freudvolles Leben, sie haben keinerlei Sorgen und feiern unzählige Feste. Aber dennoch befällt den Affenkönig Angst und Traurigkeit. Es ist die Ahnung des Todes, die Vergänglichkeit eines jeden Lebens, die ihn nicht mehr zu Ruhe kommen lässt. Er macht sich auf die Suche nach einem Weisen Unsterblichen um das Geheimnis des Ewigen Lebens zu erforschen. Bei Meister Subodhi erlernt Sun Wukong zwar unzählige magische Fähigkeiten, aber nachdem er sein Wissen missbraucht, wird er aus dem Tempel geworfen. Er kehrt nach Ao-lai zurück und findet seine Untertanen völlig verängstigt vor. Sie werden vom Dämonen der Zerstörung grausam unterdrückt: Es herrscht die Triade: Korruption, Unterdrückung, Armut. Dank seiner, bei Subodhi erworbenen, Fähigkeiten, kann der Affenkönig seine Untertanen befreien und gibt Mut zum Widerstand. Man ist sich einig: Gerüstet sein für den Ernstfall, für den Ernstfall gerüstet sein! In der Folge zwingt Sun Wukong den Drachenkönig, einem Parteigänger des himmlischen Jadekaisers, unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe von magischen Waffen aller Art, nach dem Motto: Unterdrückt die Unterdrücker. Der Drachenkönig macht gute Miene zum bösen Spiel und schwört Rache. In der Welt der Finsternis, Begegnung mit dem Tod. Der Affenkönig Sun Wukong überlistet die Totenrichter und streicht sich und sein Volk aus dem Register der Toten und wird somit unsterblich. Sowohl die Totenrichter als auch der Drachenkönig beschweren sich beim himmlischen Jadekaiser über diesen jungen, ungestümen und frechen Rebell, der sich nichts und niemanden unterordnet. Der Affenkönig stiftet Aufruhr im Himmel. Der Jadekaiser sendet all seine Truppen gegen Sun Wukong … |
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